Das Buch der vergessenen Geschichten - Band 2

 


"Das Buch der vergessenen Geschichten - Band 2" Anthologie
Taschenbuch Ausgabe - 
Herausgeber: Papierfresserchens MTM-Verlag
Seiten: 240
Preis: 14,50€


Inhalt: Es gibt Geschichten, die sich dem Vergessen nicht widerstandslos hingeben. Sie ziehen sich zurück wie Schatten im Abendlicht, verharren in den stillen Winkeln unserer Schreibtische, in verborgenen Ordnern, in den Zwischenräumen unserer Gedanken. Und doch bleiben sie – wartend, flüsternd, atmend. Dieses Buch schlägt seine Seiten für genau jene Erzählungen auf: für Texte, die über Jahre hinweg im Dunkeln ruhten und nun mit leiser Sehnsucht nach Licht verlangen.

In dieser Sammlung begegnen sich Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Zarte Skizzen neben kraftvollen Erzählströmen, verlorene Ideen neben reifen Stimmen, geheimnisvolle Fragmente neben Geschichten, die uns mit ihrer Vollständigkeit überraschen. Ohne ein übergeordnetes Thema, frei von Begrenzung oder Vorgabe, entsteht ein Teppich aus Worten, gewebt aus Erinnerungen, Träumen, Ängsten, Hoffnungen – ein Kaleidoskop literarischer Möglichkeiten.

Jede dieser wiederentdeckten Stimmen trägt die Spuren ihrer Vergangenheit in sich: die Zeit, die sie im Verborgenen verbrachte, und das Versprechen, das sie nun einlöst. Sie führen uns durch ferne Länder und vertraute Zimmer, durch flüchtige Augenblicke und unergründliche Seelenlandschaften. Und während wir lesen, scheint es fast, als würden die Geschichten selbst aufatmen – befreit, endlich gehört.

Lassen Sie sich ein auf ein Buch, das den Zauber des Wiederfindens feiert: ein Ort, an dem vergessene Worte aufblühen, verschüttete Ideen ihre Flügel entfalten und das Unausgesprochene eine zweite Chance erhält, sich der Welt zu offenbaren. Ein literarisches Heim für all das, was nie wirklich verloren war.



Mein Beitrag: Wünschte, du wärst hier

Es ist schon zu lange her,
als wir uns das letzte Mal sahen.
Haben uns aus den Augen verloren
nie wieder voneinander gehört.

Ich erinnere mich noch zu gut
an unsere gemeinsame Zeit.
Wir beide waren beste Freunde
haben jeden Tag etwas unternommen.

Seitdem ist eine Menge passiert,
sowohl positives als auch negatives.
Leider hat mir das Leben mehrmals
in den Hintern getreten.

Ich denke, das passiert jedem von uns,
das ist doch ganz normal, oder?
Jeder durchlebt Höhen und Tiefen
manch einer mehr, der andere weniger.

Seit ich auf die neue Schule gewechselt bin,
war nichts mehr so, wie es mal war.
Ich habe nicht nur dich, sondern auch
meine fröhliche Art verloren.

Ich rutschte immer mehr in die Opferrolle,
in eine Abwärtsspirale aus Dunkelheit.
Alleine kam ich dort nicht mehr hinaus,
habe mich jahrelang dadurch gequält.

Habe mir immer gewünscht,
dass du bei mir wärst.
Was wäre wenn?
Wie wäre es gewesen?

Gedanken, die ich nicht
ganz abschütteln konnte,
denn sie begleiteten mich
über mehrere Jahre.

Meine Sehnsucht zu dir
war sehr groß,
ebenso meine Trauer,
weil du nicht da warst.

Ich hatte nach dir
keinen besten Freund mehr,
jedenfalls nicht so richtig
und auch nicht so intensiv.

Habe mich mehr und
mehr zurückgezogen
und niemanden an
mich herangelassen.

In den Stunden, die ich alleine verbringe,
denke ich immer wieder an dich.
Vermisse ich dich und deine Anwesenheit,
unsere gemeinsame Vergangenheit.

Wie wohl dein Leben verlaufen ist?
Hast du auch mal an mich gedacht?
Habe ich dir etwas bedeutet?
So wie du mir?

Ich vermisse die alten Zeiten,
wünschte ich könnte sie zurückdrehen.
Als wir sorglos und unbeschwert
in den Tag hineinleben konnten.

Was würde ich dafür tun,
einen Tag mit dir verbringen zu dürfen.
Dich in meiner Nähe haben zu können
und Erinnerungen aufleben zu lassen.

Du würdest mich wahrscheinlich
nicht mehr wiedererkennen,
so sehr habe ich mich verändert.
Bin gebrochen und kaputt.

Würdest du trotzdem noch Zeit
mit mir verbringen wollen?
Mich so akzeptieren
wie ich bin?

Ich möchte dich so gerne wiedersehen,
mich in deine Arme kuscheln
und nicht mehr gehen lassen.
Ich brauche dich hier bei mir.

Ist das egoistisch von mir?
Dich an meiner Seite haben zu wollen,
mir einen alten Freund zurückzuwünschen?
Vielleicht bist du ja mein Antidepressivum.

Und lässt Endorphine in mir frei,
Glücksgefühle, die ich lange nicht mehr
so intensiv gespürt habe wie damals.
Meine persönliche Droge.

Ich wünschte, du wärst hier,
damit wir reden können.
Über Gott und die Welt,
möchte nur, dass du da bist.

Bin ich eine von deinen positiven
Erinnerungen oder hast du mich
komplett aus deinem Leben verdrängt?
Dieser Gedanke macht mir Angst.

Ich kann die Zeit leider nicht zurückdrehen,
wünschte, ich könnte dich wiedersehen.
Vielleicht eines Tages, irgendwann.
Dann, wenn wir nicht damit rechnen.

Wenn uns das Schicksal dies erlaubt
und der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Ich glaube ganz feste daran,
dass du irgendwann bei mir sein kannst.

Bis dahin schwelge ich
weiterhin in Erinnerungen,
versuche den Schmerz in
meiner Brust zu verdrängen.

Werde nicht aufhören zu hoffen
und mir zu wünschen,
dich eines Tages wieder in
meinem Leben zu haben.

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