Eines meiner bisherigen Jahreshighlights! (2021)

 Bewertung: 🌟🌟🌟🌟🌟


"Erzähl mir vom Glück - Marie und Lukas. Band 1" von Belinda Benna.
Taschenbuch Ausgabe - 5. Juni 2021
Herausgeber: Belinda Benna Books
Seiten: 329
Preis: 13,99€

Inhalt: Marie und Lukas sind ein absolutes Traumpaar und auch nach fünf Jahren Beziehung verliebt wie am ersten Tag. Nur in ihrem Job als Sekretärin leidet Marie immer wieder unter ihrem cholerischen Chef – bis sie nach dem überraschenden Tod ihres Großvaters kurzentschlossen kündigt. Sie will endlich dem Hamsterrad des Alltags entkommen, um das wahre Glück zu finden. Doch auf ihrer Suche scheint sie sich mehr und mehr zu verlieren, bis sie in ein tiefes Loch fällt. Nur langsam erkennt sie, was sie wirklich will und muss dabei mit Schrecken feststellen, dass sie auf dem Weg dahin womöglich etwas viel Größeres verloren hat …

Meine Meinung: Marie und Lukas gelten als das Traumpaar schlechthin. Sie haben Träume und wollen sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Es scheint alles perfekt zu sein. Doch dann stirbt Maries Opa, woraufhin diese auch noch ihren Job kündigt und in ein tiefes Loch fällt. Nur mit größter Mühe schafft sie es, sich wieder aufzurappeln und für ihr Glück zu kämpfen. Dabei verliert Marie etwas wichtiges aus den Augen. Jagt sie nur Spinnereien hinterher oder gibt es tatsächlich so etwas wie Glück?

Zuerst muss ich anmerken, dass das Cover ein absoluter Hingucker ist! Da bekommen die Wörter "Nach den Sternen greifen" eine ganz andere Bedeutung. Deshalb passt es auch so gut zur Geschichte, denn darum geht es auch zum Teil. Während Marie absolut davon überzeugt ist, einen Job zu finden, der sie glücklich macht und ausfüllt, ist ihr Freund Lukas ein richtiges Arbeitstier, der von solchen Aussagen nichts hält. Er glaubt nicht an den ganzen esoterik Kram und ist der Meinung, dass Menschen arbeiten gehen müssen, um sich auch etwas leisten zu können. Die beiden leben quasi in zwei verschiedenen Welten und sprechen aneinander vorbei, anstatt dem jeweils anderen richtig zuzuhören. Es herrscht definitiv ein Kommunikationsproblem, das selbst mit Mühe und Not nicht mehr behoben werden kann.

Marie leidet unter dem Verlust ihres Opas und dem Verhalten ihrer Oma, die den Tod ihres Mannes nicht verkraftet. Des weiteren muss sie sich um einen neuen Job bemühen, was sich als ziemlich schwierig erweist. Stattdessen zieht sich Marie immer weiter zurück, vernachlässigt ihre beste Freundin und ist aufgrund ihres Verhaltens kaum wiederzuerkennen. Ich habe die Befürchtung gehabt, dass sie nun mit Depressionen zu kämpfen hat, denn ihr Verhalten kam mir sehr bekannt vor. Ich war eine stumme Zuschauerin, die sich all das anschauen musste und nicht eingreifen konnte. Es war, als hätte sich dieser Roman als Film vor meinen Augen abgespielt.

Die Emotionen von beiden Protagonisten waren für mich sehr greifbar, denn diese ziehen sich durch das ganze Buch und verdeutlichen deren beider Zustände perfekt. Lukas ist nun der Hauptverdiener und versucht sich gleichzeitig um seine Freundin zu kümmern. Er ist sichtlich erschöpft und weiß nicht mehr weiter. Zwar sucht dieser öfter das Gespräch, kann aber ihre Gedanken und Worte überhaupt nicht nachvollziehen. Da war er mir dann doch etwas unsympathisch, weil ich das Gefühl hatte, dass er nicht empathisch genug ist, um sich in Marie einzufühlen. Versteht mich nicht falsch. Ich konnte beide Seiten sehr gut verstehen, es ist für beide nicht leicht, aber Lukas versucht nicht wirklich, Marie zu verstehen stößt sie dadurch von sich. Andersherum kümmert sich Letztere nicht genug um Lukas und jagt ihren Träumen hinterher. Dadurch stößt sie ihn wiederum von sich.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und einnehmend. Während des Lesens kam mir dieser Roman nicht wie ein gewöhnlicher Liebesroman vor, sondern wie ein Wegweiser. Natürlich geht es hier auch um Liebe, aber diese tritt tatsächlich mehr in den Hintergrund, was ich sehr gut fand, da die Suche nach dem Glück deutlich um Vordergrund steht. Marie möchte nicht auf ein "Später" warten, sondern im Hier und Jetzt leben. Als Leser merkt man eine krasse Veränderung, was die Zustände von Marie und Lukas betrifft. Ich hätte am liebsten beide geschüttelt, denn sie machen es sich so verdammt schwer. Während sich Marie auf etwas neues einlässt und sich ausprobieren möchte, lernt sie neues über sich selbst kennen. Sie befindet sich auf einer Selbstfindungsreise, verliert dabei jedoch ihre große Liebe aus den Augen. Lukas ist in meinen Augen sehr engstirnig, was er von seiner Familie hat. Er bewegt sich quasi nur auf einer Stelle, anstatt vorwärts zu kommen. Dabei steht er sich selber im Weg.

"Erzähl mir vom Glück" wird aus der Perspektive von Marie und Lukas erzählt. So erhalten wir Einblicke in deren Gedanken und Gefühle. Ich konnte mich in beide ohne Probleme einfühlen und für mich waren die Aussagen von Marie selbstverständlich. Ich teile ihre Meinung und finde es mutig von ihr, sich nicht von ihrem Ziel abbringen zu lassen. Denn nicht nur Lukas hält sie für verrückt, sondern auch ihre beste Freundin Alex. Es ist schwierig, jemandem von seinen Zukunftsplänen zu erzählen, wenn man andauernd auf Unverständnis stößt. Die ganze Handlung zeigt, dass es in einer Partnerschaft wichtig ist zu reden. Sich auch mal auf eine andere Sichtweise einzulassen und offen für Neues zu sein. Die Autorin beschäftigt sich mal wieder mit ernsten Themen, die sie sehr authentisch rüberbringt. Die Atmosphäre ist drückend, deprimierend und bildet einen Kontrast zur aufkeimenden Hoffnung endlich Glück zu finden und dieses ausleben zu können.

Fazit: Dieser Roman ist sehr ergreifend und realitätsnah geschrieben. Ich habe mich in der Geschichte wiedergefunden und konnte mich in die Charaktere einfühlen. Mit Marie kam ich besser parat, als mit Lukas, wobei dieser sich ziemlich viel Mühe gibt und sich den Hintern aufreißt. Sein Unverständnis seiner Freundin gegenüber lässt ihn doch sehr unsympathisch erscheinen. Generell hatte ich das Gefühl, dass Marie mit ihren Gedanken komplett alleine dasteht und genau das findet sich in der Realität wieder. Die Autorin hat mal wieder gezeigt, dass es wichtig ist, für sich selber einzustehen und für seine Träume zu kämpfen, egal was andere dazu sagen. Das Belinda's Roman ihr so viel bedeutet, kann ich total verstehen! Ich finde, dass "Erzähl mir vom Glück" ihr bisher bestes Buch ist. Es steckt voller Hoffnung, Risiken und Selbstzweifel, die sich wie Licht und Schatten durch die Handlung ziehen. Marie und Lukas erleben Höhen und Tiefen wie es in jeder anderen Beziehung auch der Fall ist, nur herrscht hier ein großes Kommunikationsproblem, das alles zerstören kann. Ich betrachte dieses Buch nur als Liebesroman, sondern verstärkt als Wegweiser, welcher den Leser zum Nachdenken anregt. Die Autorin gibt hier Lebensweisheiten an uns weiter und hat mich bisher immer dazu gebracht meine eigenen Handlungen und Entscheidungen zu hinterfragen. So mutig wie Marie möchte ich auch sein und mein persönliches Glück finden. Ich möchte auch von mir behaupten können, dass ich glücklich bin und einen Job habe, der mir Spaß macht. Wer möchte das nicht?

Vielen lieben Dank an die Autorin für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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