Nachts weinte ich, denn ich konnte
in der puren Dunkelheit meines Zimmers
nicht einschlafen. Angst umfing mich
woraufhin mein Schluchzen lauter wurde.
Euer Schlafzimmer lag direkt
nebenan,
Papa rief wütend rüber, dass ich
endlich aufhören
solle zu weinen.
Du kamst schließlich doch noch zu mir.
Bliebst
bei mir, bis ich aufhörte zu weinen
und in deiner schützenden
Präsenz einschlief.
Meistens tat ich nur so, weil ich deine Nähe
genoss
du hingegen hast mich später wieder verlassen.
Und
schon war ich wieder einsam
in pure Dunkelheit gehüllt.
Am
Tag meiner Einschulung ging ich
in
der Menschenmenge schlichtweg unter.
Hatte Angst und weinte ganz
fürchterlich,
meine Lehrerin empfing mich und kümmerte sich.
Du
warst nie da, als ich dich brauchte.
Kann mich nicht an eine Form
von
emotionaler Wärme erinnern.
Ich wurde immer wieder
abgeschoben.
An Institutionen oder nach draußen,
Hauptsache
du musstest dich nicht kümmern.
Dabei sehnte ich mich immer nach
dir.
Ich wollte doch nur von dir geliebt werden.
Das, was
damals auf dem Campingplatz
geschah, möchte ich einfach nur
vergessen.
Während du und Papa euch betrunken habt,
wartete
ich wieder alleine auf eure Rückkehr.
Es war gruselig oben im
Campingwagen,
ich hatte jedes Mal Angst davor,
dass mir
irgendwas schreckliches passiert.
Euch war das egal, denn ihr
hattet euren Spaß.
Du hast mir nie gezeigt, dass du
auf
irgendeine Art und Weise stolz auf mich bist.
Wann hast du
mich mal in den
Arm
genommen und liebevoll getröstet?
Du
hast mir nie richtig zugehört
oder meine Probleme ernst
genommen.
Es wurde immer mit den Schultern gezuckt
und nie
hinter die Fassade geblickt.
Während meiner gesamten
Schulzeit,
hast du kein einziges Mal mitbekommen,
dass es mir
wegen der Mobbing Aktionen
extrem schlecht ging.
Ich konnte
dir nie etwas anvertrauen,
du konntest deine Klappe nicht
halten.
Kurz darauf, wussten es die ganzen Nachbarn.
Du
hieltest jedoch dicht, was meine Erkrankung betrifft.
Du
bezeichnest die Narben auf meinen
Armen als
„Selbstverstümmelung“
und fragst nicht mal nach dem
warum.
Möchtest nicht, dass andere sie sehen.
Die
Scheinheilige spielen kannst du gut,
von außen hin tust du so,
als wäre alles toll,
dabei läuft in unserer Familie so einiges
falsch.
Du bist diejenige, die uns alle kaputt macht.
Dein
narzisstisches Verhalten
ist nicht mehr zu ertragen.
Für
keinen von uns.
Du denkst gar nicht darüber nach,
denn dir
ist egal, wie wir uns fühlen.
Hauptsache du stehst immer im
Mittelpunkt
und brauchst Aufmerksamkeit, wenn es dir schlecht
geht.
Ich weiß, dass du selber krank bist
und deswegen
nichts dafür kannst.
Ich versuche Verständnis für dich
aufzubringen,
du hingegen machst es mir nicht gerade leicht.
Du
nimmst keine Rücksicht auf Verluste
und behandelst Papa wie das
letzte Stück Dreck.
Er
hat es keinesfalls verdient, so behandelt zu werden.
Ihr zwei seid
Erwachsen und solltet wissen, was gut für euch ist.
Euch
dabei zuzusehen, wie ihr ohne jegliche Liebe
vor
euch hin vegetiert, ohne etwas zu unternehmen
oder
euch mit Respekt zu behandeln, tut mir richtig weh!
Dank
euch, weiß ich gar nicht, was Liebe ist.
Ihr
habt mich damals auf dem Campingplatz
und euren anderen Aktionen
traumatisiert.
Ich komme da einfach nicht drüber hinweg.
Ich
hätte eine Mutter gebraucht,
die für mich da ist und sich
sorgt.
Mit der ich über alles reden kann
und mir auch mal
Tipps gibt.
Eine Mutter, die liebevoll ist
und sich für
mich einsetzt.
Mir den Rücken stärkt
und mich
unterstützt.
Die Verständnis für mich und meine
Erkrankung
hat, da sie selber
davon betroffen ist.
Mittlerweile habe
ich mich von euch
abgrenzen können und das tut mir
unglaublich
gut!
Ich hätte niemals gedacht, dass ich
das mal sage,
aber es geht mir
damit deutlich besser als vorher.
Trotzdem
mache ich mich von euch
emotional anhängig und das nervt.
Ich
bin alleine und fühle mich einsam,
auf Dauer ist es kaum
auszuhalten.
Ich sehne mich nach einer intakten
Familie,
Liebe, Verständnis und Geborgenheit.
Ich weiß, das
werde ich niemals bekommen,
denn ich möchte keine eigene Familie
gründen.
Ich konnte mir Mühe geben, bis zum geht nicht
mehr
und all diese Bemühungen reichten nicht aus.
Irgendwann
zog ich mich komplett zurück,
redete nicht und bin allem aus dem
Weg gegangen.
Ich möchte hier nicht die Schuld euch,
meinen
Eltern zuschieben,
aber
ihr habt zu viel kaputt gemacht.
Ich war unter anderem sehr
instabil und habe
mir nie etwas zugetraut oder ausprobiert.
Es
kümmerte euch nicht mal, wie ich herumgelaufen bin.
Habt das
Kindergeld für Alkohol und Zigaretten ausgegeben.
Hast dich von
alles und jedem abhängig gemacht.
So enden möchte ich auf keinen
Fall!
Es gibt immer noch Momente, in denen
ich weine und
innerlich wütend brülle:
„Wieso liebst du mich nicht?“
„Wieso
bist du nicht da,
wenn ich dich brauche?“
Ich gebe mir
selber die Schuld,
suche diese praktisch in mir
und bestrafe
mich dafür,
weil ich nicht gut genug bin.
Ich habe mich
öfter gefragt, ob es
nicht besser gewesen wäre mich
abzutreiben.
Dann hätten wir uns beide
so einiges ersparen können.
Das
klingt jetzt krass, das ist mir bewusst,
aber diese Frage ist
absolut berechtigt.
Ich habe mir öfter gewünscht,
gar nicht
erst da zu sein.
Meine Geschwister haben noch immer die
Hoffnung,
dass du doch noch emotionale Wärme für uns übrig
hast.

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