Liebesroman oder Familien Drama?

 Bewertung: 🌟🌟


"Die Stille zwischen uns." von Jasmin Winter
Taschenbuch Ausgabe - 9. Juli 2020
Herausgeber: Books on Demand
Seiten: 342
Preis: 11,99€

Inhalt: »Und so liegen wir einfach nur da und halten uns gegenseitig fest, um nicht zu ertrinken. Mia ist stumm. Das war nicht immer so, doch seit sie vor zwei Jahren ihre Eltern auf brutale Weise verloren hat, bringt sie kein Wort mehr über die Lippen. Als sie zur Hochzeit ihrer besten Freundin Laura nach Edinburgh reist, lernt sie dort Finn kennen. Ein kurzer Blick, ein einfaches Händeschütteln, das reicht aus, um sie beide ineinanderstürzen zu lassen. Sie brauchen keine Worte, um zu wissen, wer der jeweils andere für sie sein könnte. Diese tiefgreifende Verbundenheit zwischen Mia und Finn sowie das Wiedersehen mit Laura lassen Mia zum ersten Mal wieder richtig leben. Doch ein gefährlicher Schatten aus der Vergangenheit erschüttert ihre neu geordnete Welt, und auch Finn, der sich gerade von seinen eigenen Dämonen löst, kann sie nicht retten . . .

Eins vorweg: ich habe wirklich lange hier gesessen, weil ich nicht wusste, wie ich diese Rezension verfassen soll. Ich möchte niemandem zu nahe treten oder die Autorin auf irgendeine Weise mit meinen Worten verletzen. Es fällt mir unglaublich schwer, diese Rezension zu veröffentlichen. Ich weiß ja, wie viel Arbeit und Liebe ihr Autoren in eure Bücher steckt. Deshalb fällt es mir immer schwer, schlechte Rezensionen zu schreiben. Es handelt sich hierbei um meine Meinung!

Meine Meinung: Dies ist mein erstes Buch der Autorin, welches mich schon alleine wegen der Thematik und des Klappentextes angesprochen hat. Leider muss ich es jetzt tatsächlich aussprechen, aber es hat mir nicht so gut gefallen. Meine Erwartungen waren hier deutlich höher und von der Handlung her, war es mir zu übertrieben dramatisch.

Mia ist stumm und spricht seit zwei Jahren kein Wort mehr. Der Grund, wieso sie nicht mehr spricht ist vollkommen nachvollziehbar. Für meinen Geschmack, fängt sie zu schnell an Fortschritte in diesem Bezug zu machen. Ich hätte es für die Geschichte interessanter gefunden, wenn wir sie bei ihrer fortschrittlichen Entwicklung etwas länger begleiten würden. Für mich verlief diese zu schnell und somit verlor der Titel dieser Story für mich ein wenig an Bedeutung. Das fand ich echt schade.

Mia lernt Finn kennen und die beiden spüren sofort, dass da etwas zwischen ihnen ist. Es entsteht eine tiefe Verbundenheit, die eben zu schnell voranschreitet. Mia und Finn hätten mehr Raum gebrauchen können, um sich zu entfalten und sich Zeit zu lassen. Ich hätte das einfach angenehmer gefunden. Die beiden haben für meinen Geschmack nicht sooooo viel miteinander zu tun gehabt, waren aber sofort Feuer und Flamme. Ich fand sie süß zusammen, wobei es weder romantisch noch kitschig war. Im Vordergrund steht eher die Tatsache, dass sie einander Halt geben und sich gegenseitig guttun.

Der Schreibstil ist schon flüssig, aber mir hat es ein wenig an Emotionen gefehlt. Natürlich fand ich bestimmte Szenen hart und furchtbar traurig, aber mich haben gewisse Emotionen nicht erreicht. Für mich kam das alles eher oberflächlich rüber. Die Bedeutung des Titels rückt immer mehr in den Hintergrund und auch die Zusammenhänge des schrecklichen Verbrechens waren zu vorhersehbar.

Es ist mehr ein Drama, als eine Liebesgeschichte, vor allem zum Ende hin. Klar, hatte ich Mitleid mit dem Charakter und ich konnte verstehen, wieso er so gehandelt hat, aber dennoch war es einfach zu viel Drama. Wenn man es bei der schrecklichen Sache belassen hätte, okay. Das ist ja schon schlimm, aber dann noch eine Schippe drauf zu legen, das hat nicht so ganz gepasst. Es ist alles miteinander verwoben, aber ich konnte die Story aus diesem Grund nicht mehr ernst nehmen. Es fehlt an tiefgründigen Momenten, Emotionen und Raum für Entwicklungen. Das ist mein persönliches empfinden!

Mir hat das Setting hingegen sehr gut gefallen! Da ging mein Potterherz auf und ich habe mir in Gedanken ein Bild davon gemacht. Es war schön, zu solch einem Ort zu reisen. Dieser verleiht dem ganzen nochmal etwas harmonisches, neben den ganzen Dramen. Finn muss sich ja auch mit einer harten Vergangenheit auseinandersetzen. Im Grunde genommen, fand ich die Charaktere im allgemeinen sympathisch. Vor allem Mias beste Freundin Laura. Die beiden stehen sich unglaublich nahe und sind schon fast wie Schwestern.

Fazit: Ich bin hin und hergerissen, weil meine Rezension nicht allzu positiv ausfällt. Leider kann ich daran nichts ändern und es tut mir dann immer leid. Mich hat die Geschichte leider nicht überzeugt und ich finde, dass sehr viel Potenzial verloren gegangen ist. Ich wurde gefühlsmäßig nicht erreicht und das Drama um Mia und ihre Familie war mir dann doch zu viel und übertrieben. Ich finde es immer wichtig, den Charakteren bei ihren Entwicklungen zu begleiten, aber hier ging mir das zu schnell. Das ist furchtbar schade, weil mir die Thematik an sich sehr gut gefällt.

Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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