Modernes Aschenputtel Märchen.

 Bewertung: 🌟🌟🌟


"Little Princess." von Tina Night.
Taschenbuch Ausgabe - 30. Oktober 2020
Herausgeber: Independently published
Seiten: 324
Preis: 11,99€

Inhalt: Catherine ist reich, schön und kommt aus gutem Hause. Doch was bringt all der Ruhm, wenn man unglücklich ist? Was ist all das schon ohne das Wichtigste im Leben? Nämlich Liebe. Als Catherine zu Unrecht zu Sozialstunden verdonnert wird, scheint ihr Leben noch bescheidener zu werden. Noch schlimmer wird es, als sie diese auch noch in einem Krankenhaus ableistet und Bettpfannen leeren soll. Doch manchmal hat das Schicksal seinen eigenen Kopf. Manchmal geschieht alles aus einem bestimmten Grund. Und manchmal verliebt man sich sogar erst auf den zweiten Blick. In diesem Buch werden explizite sexuelle Szenen beschrieben, die rein erfunden sind. Das Buch ist in sich abgeschlossen.

Meine Meinung:  "Little Princess" ist ganz anders, als die Bücher von Tina Night, die ich bisher lesen durfte. Auch hier gibt es viele Dramen und emotionale Szenen, die mich traurig gemacht haben. Dennoch konnte dieser Roman nicht mit den anderen mithalten und hat mich nicht so ganz von sich überzeugen können.

Der Schreibstil ist angenehm, aber es gibt einige Wiederholungen, die den Lesefluss etwas gestört haben. Auf der anderen Seite, wird so die Verzweiflung von Catherine authentischer rübergebracht, denn sie lebt praktisch im goldenen Käfig, aus dem es so leicht kein entkommen gibt. Sie hat mir ziemlich oft leid getan, denn ihr Vater ist ein eiskalter und herzloser Mensch. In diesem Roman versucht die Autorin die Jugendsprache mehr einzubringen. Zumindest so, wie sie heute ist mit ihren vulgären Ausdrücken. Dadurch hatte ich mehr das Gefühl, dass die Geschichte tatsächlich eher für Teenager und junge Erwachsene ausgerichtet ist. Ich persönlich fühlte mich mit meinen sechsundzwanzig Jahren zu alt für diesen Roman.

Zudem hat es mir hier in bestimmten Szenen an Emotionen gefehlt. Der einzige Part, der mich gefühlsmäßig erreicht hat ist der mit der kleinen Allison. Sie ist einfach goldig und bringt nicht nur Freude mit in die Geschichte, sondern auch dramatische Momente, die mein Herz haben bluten lassen.

Catherine und David erleben eine andere Art von einer Lovestory. Es kam mir vor wie eine moderne Aschenputtel Geschichte, nur das in diesem Falle Catherines Eltern reich sind. Das oben genannte Paar hat es nicht leicht, zumal David sich manchmal wie ein Waschlappen verhält. Nicht böse gemeint! Mir fällt nur gerade kein anderes Wort dafür ein. Cat hat da schon eher die Hosen an und entwickelt sich immer mehr zu einer selbstbewussten jungen Frau. Dennoch kam auch von den beiden gefühlsmäßig bei mir nicht viel an. Es ist dieses hin und her, das mich so verrückt gemacht hat. Und das Ende verläuft zu abrupt.

Die Autorin geht unter anderem auf Themen wie Vernachlässigung des Kindes und Vorurteile gegenüber Menschen ein. Besonders Cat trifft es hart, aber sie kämpft sich tapfer aus diesem System heraus. Konflikte sorgen immer mal wieder für Spannungen zwischen den Charakteren. Ich konnte mich zu gut in Cats Situation hineinversetzen. Wenn du dich in solch einem Dilemma befindest wie sie und es keinen Ausweg gibt, leidet die Psyche enorm darunter. Das merkt man während des Lesens immer wieder.

Fazit: Ich habe nicht wirklich einen Zugang zu dieser Geschichte gefunden und habe ein wenig mit der Storyline zu kämpfen gehabt. Die Charaktere haben mich nicht so ganz von sich überzeugen können und auch dieser Jugendstil, der hier mit eingebracht wird, war mir besonders am Anfang zu viel. Nur die kleine Allison konnte mir ein paar Emotionen entlocken und hat mein Herz erwärmt. Die Handlung konnte mich nicht so ganz von sich überzeugen, was ich sehr schade finde.

Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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