Zerbrechlich, wenn ich in
den Spiegel blicke
geistig abwesend, wenn ich
auf meinem Bett sitze
lustlos, stochere ich in
meinem Essen herum,
sehne mich nach
Gesellschaft, blicke mich um
und sehe niemanden an
meiner Seite.
Meine Eltern sehen meine
Erkrankung nicht,
nehmen diese überhaupt
nicht ernst.
„Depressionen, wo sollen
die denn herkommen?“
„Guck, dass du endlich
arbeiten gehst!“
Worte, die schmerzhafter
nicht sein könnten.
Wollte früher
Kindergärtnerin werden,
Ausbildung geschafft, von
Dunkelheit begleitet.
In meinen Augen
verantwortungslos,
in diesem Bereich zu
arbeiten.
Kommt nicht in Frage!
Holte mein Abitur nach, um
zu studieren
Germanistik, denn ich
liebe Bücher!
Körperliche Beschwerden
machten mir
einen Strich durch die
Rechnung.
Bin nicht in der Lage dies
nachzuholen.
Fünf Jahre ist es nun
her, als ich versuchte
mein Leben einigermaßen
in den Griff zu bekommen.
War in einer Tagesklinik,
Ergebnis für´n Arsch.
Krankgeschrieben und lebte
noch bei meinen Eltern,
der totale Stress und hat
mich noch mehr kaputt gemacht.
Wohne seit knapp drei
Jahren in meiner eigenen Wohnung,
mein Lebenspartner: meine
Depression, gepaart mit Ängsten,
einem Leben voller
Vorurteile, Unverständnis und Druck.
Wurde dazu gedrängt, eine
Umschulung zu machen,
die gar nicht zu mir
passte und brach auch diese ab.
Habe keine Vorstellung von
meinem Leben, meiner Zukunft
fühle mich ungewollt und
nicht dazugehörig.
Habe das Gefühl, dass auf
dieser Welt kein Platz für mich ist,
niemand sieht mich oder
nimmt mich richtig wahr.
Werde nicht gehört und
auch nicht ernst genommen.
Meine Mutter hat schon
eine Ersatztochter gefunden,
eine perfekte Frau, die
arbeitet und von ihr ausgenutzt wird.
Solange du von Gebrauch
bist, bist du in ihren Augen gut genug.
Da ich ihr nichts bieten
kann, wird mir der Begriff „Tochter“ nicht gerecht,
da können wir uns wohl
gegenseitig die Hände reichen, denn sie ist genauso nutzlos.
Keine Vorbilder, keinen
Sinn im Leben
und keinen Platz in der
Gesellschaft,
was heißt das für mich
genau?
Wo gehöre ich denn jetzt
hin?
Anscheinend nicht in diese
Welt.
Keine Ahnung, was ich in
meinem vorherigen
Leben falsch gemacht
habe, um solch einen Mist
zu verdienen. Ich höre
sie schon kollektiv rufen:
„Anderen Menschen geht
es schlechter als dir!“
Schon klar, aber das
ändert trotzdem nichts.
Mein inneres Kind ruft
andauernd nach meiner Mutter,
sie hört und sieht es
nicht, genau wie ich.
Ich fühle mich so
unglaublich ungeliebt, sogar von mir.
Wer nimmt mich und meine
Probleme ernst?
Wer nimmt mich tröstend
in den Arm?
Was wird aus einem
Menschen, der keine Liebe kennt?
Dem keine Liebe gegeben
wird und somit keine geben kann?

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