Wie kann ein Verlag so tief sinken?

 Bewertung: 🌟


"Ravenhall Academy 1: Verborgene Magie." von Julia Kuhn
Kindle Ausgabe - 27. April 2023
Herausgeber: Impress
Seiten: 417
Preis: 9,99€

Inhalt: Mit allem hätte Lilly Campbell gerechnet, aber nicht damit, dass sie eine Hexe ist: Von ihrer Grandma erfährt sie, dass uralte Magie in ihr schlummert – und um diese zu trainieren, soll sie die Ravenhall Academy besuchen. Zwischen Hexensprüchen, mystischen Legenden und sagenumwobenen Wesen muss sich Lilly nun in dieser neuen Welt zurechtfinden. Dabei gerät sie immer wieder mit dem leider viel zu attraktiven Jason aneinander, der ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Aber schon bald wird klar, dass auf Ravenhall nicht alles so ist, wie es scheint. Denn Lilly kommt einer dunklen Verschwörung auf die Spur, die das Erbe der Hexen tiefgreifend zu verändern droht …

Meine Meinung: Ich nenne erstmal die positiven Dinge. Das Cover ist wirklich wunderschön sowie der Farbschnitt! Joa, das war es dann aber auch. Während der Story passiert alles viel zu schnell, ohne Tiefgang oder das Dinge hinterfragt werden. Es wird alles so akzeptiert, wie es ist. Mich haben auch die vielen Wiederholungen extrem genervt z.B Meine Hundelady oder Mrs. Blueberry. Das Namen oder Sätze mehrmals genannt werden, so dass diese mir zum Hals raushängen. Während des Lesen musste ich öfters mit den Augen rollen, denn viele Szenen waren zu vorhersehbar.

Ich muss mich den anderen Rezensenten anschließen, denn in diesem Band wurden einige Passagen oder Storylines aus anderen bekannten Büchern oder Filmen zusammengeschustert und als neue Geschichte verkauft. Das man sich als Autor von etwas inspirieren lässt ist vollkommen normal, aber nicht wenn Dinge eins zu eins wiedergebeben werden. Die Autorin erhält Lob für ihre "Arbeit", die andere gemacht haben. Dazu muss ich ebenfalls sagen, dass sich das Buch leider nicht ganz so flüssig lesen lässt. Ich hatte auch das Gefühl, dass mehrere Menschen an dieser Geschichte geschrieben haben.

Auf Bookstagram ist es leider so, dass viele Buchblogger/innen, die eine hohe Reichweite haben, automatisch einen Verlagsvertrag, bei einem der Verlage bekommen, den sie tatkräftig unterstützen. Eine Verlag-Blogger Symbiose, wie ich es gerne nenne. Dabei ist nicht jeder Buchblogger dazu gemacht, selber Bücher zu veröffentlichen. So auch in diesem Fall. Ich habe auch noch nie erlebt, dass der Verlag einen Autor so extrem mit Marketing gepusht hat und sämtliche Sachen organisiert, um ein Buch zwanghaft in die Bestseller Liste zu katapultieren. Mir geht dieses Bookstagram Influencer Gehabe so gegen den Strich, das glaubt ihr nicht! Das da jetzt auch noch Verlage mitmischen macht mich wütend und traurig zugleich. Wie tief kann ein Verlag eigentlich sinken?

Zurück zur Story. Mir fehlten leider auch die Intensität der Gefühle zwischen Lilly und Jason. Ihre Beziehung wird mehr oberflächlich beschrieben. Es sprang kein Funke über und auch sonst, wirkte die Geschichte nicht emotional. Ich habe mich weder in die Charaktere hineinversetzen können, noch Spaß an der Handlung gehabt. Das Setting konnte ich mir gut vorstellen, aber das war mir dann doch zu Harry Potter lastig. Wofür müssen Hexen und Hexer eigentlich Bogenschießen üben? Viele Dinge waren so sinnfrei, die locker hätten weggelassen werden können. Zumal die Charaktere da auch erst ab 17 zur Academy gehen und vorher nichts von ihrer Zauberkraft merken? Okay, wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hier um eine Dilogie handelt.

Mich störte auch dieses Klischeebehaftete. Eine blondierte Zicke, die natürlich auf denselben Typen steht und ein Konkurrenzkampf entsteht. Der Sohn des Schulleiters und eine, die keine Ahnung hat, dass sie eine Hexe ist und sich als Naturtalent erweist. Vieles an der Handlung war zu vorhersehbar (ich wiederhole mich auch gerade) und habe ich schon in zig anderen Büchern gelesen. Da war nichts Neues bei.

Ich habe mir dieses Buch nur als Kindle heruntergeladen, weil ich mich selber davon überzeugen wollte. Jetzt bereue ich es natürlich sofort. Es war ein netter Versuch auf den Möchtegern Autorenzug aufzuspringen, aber manche Blogger sollten lieber nur beim Bloggen bleiben. Ich sage dazu nur: Viel Lärm um Nichts.

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